Ein respektvolles und diskriminierungsfreies Arbeitsumfeld ist für Organisationen heute ein wesentlicher Bestandteil moderner Zusammenarbeit. Zugleich zeigen zahlreiche Erfahrungen aus der Praxis, dass sexistische Verhaltensweisen – ob bewusst oder unbewusst – im beruflichen Alltag weiterhin auftreten. Gerade in Organisationen mit vielfältigen Teams und komplexen Kommunikationsstrukturen ist es deshalb entscheidend, Sensibilität für diskriminierende Muster zu entwickeln und Mitarbeitende darin zu stärken, respektvoll und souverän damit umzugehen.
Die Bildungsakademie am Rosental wurde von einer Berliner Organisation aus dem gemeinnützigen Bereich (NGO) damit beauftragt, ein Inhouse-Seminar zum Thema „Sexismus erkennen & stoppen“ umzusetzen. Ziel war es, Mitarbeitende und Führungskräfte gleichermaßen für sexistische Kommunikationsmuster zu sensibilisieren, Handlungssicherheit im Umgang mit Grenzüberschreitungen zu vermitteln und eine konstruktive Gesprächskultur zu fördern. Im Zentrum des Projekts stand die Frage, wie Organisationen eine Kultur des Respekts stärken können – ohne moralisierend aufzutreten, sondern durch praxisnahe Reflexion, konkrete Werkzeuge und offene Diskussionen. Die Schulung richtete sich an rund zwanzig Mitarbeitende aus unterschiedlichen Funktionsbereichen der Organisation und wurde als maßgeschneidertes Inhouse-Seminar entwickelt.
Diese Case Study zeigt, wie die Bildungsakademie am Rosental eine komplexe gesellschaftliche Fragestellung in ein praxisorientiertes Lernformat übersetzt hat. Sie macht zugleich deutlich, welche Bedeutung gezielte Weiterbildung dabei hat, Organisationen resilienter, reflektierter und kommunikationsstärker zu machen.
Das Projekt wurde von einer gemeinnützigen Organisation aus Berlin beauftragt, die sich in ihrer täglichen Arbeit mit gesellschaftlichen Transformationsprozessen befasst. Die Organisation arbeitet mit unterschiedlichen Stakeholdern zusammen, darunter öffentliche Institutionen, zivilgesellschaftliche Initiativen sowie Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft.
Das Seminar wurde als individuell zugeschnittene Inhouse-Veranstaltung konzipiert. Die Inhalte orientierten sich an den spezifischen Anforderungen der Organisation sowie an den Erfahrungen der Mitarbeitenden im beruflichen Alltag. Die organisatorischen Rahmendaten des Projekts lassen sich zudem der entsprechenden Projektabrechnung entnehmen, die das Inhouse-Seminar dokumentiert.
Die Organisation befand sich – wie viele moderne Institutionen – in einem Prozess kultureller Weiterentwicklung. Diversität, Gleichberechtigung und respektvolle Kommunikation wurden zunehmend als zentrale Elemente einer erfolgreichen Organisationskultur verstanden.
Gleichzeitig zeigte sich in internen Gesprächen und Feedbackprozessen, dass Mitarbeitende unsicher waren, wie sie mit sexistischen Bemerkungen oder diskriminierenden Kommunikationsmustern umgehen sollten. Diese Situationen konnten sich in unterschiedlicher Form zeigen:
Viele dieser Situationen waren nicht eindeutig oder offensichtlich. Häufig bewegten sie sich in Graubereichen zwischen persönlicher Wahrnehmung, kulturellen Normen und organisationalen Hierarchien. Die Organisation stellte sich daher mehrere zentrale Fragen:
Die Herausforderung bestand darin, ein Lernformat zu entwickeln, das einerseits sensibilisiert und andererseits konkrete Handlungsmöglichkeiten vermittelt. Zugleich sollte das Seminar nicht belehrend wirken, sondern eine offene und konstruktive Diskussion ermöglichen.
Gemeinsam mit der Auftraggeberorganisation entwickelte die Bildungsakademie am Rosental eine klare Zielstruktur für das Seminar. Im Mittelpunkt standen nicht nur Wissensvermittlung, sondern vor allem Reflexion, Austausch und praktische Handlungskompetenz. Die zentralen Ziele des Projekts waren:
Die Strategie basierte laut dieser Case Study auf mehreren didaktischen Prinzipien. Erstens sollte das Seminar eine sichere Gesprächsatmosphäre schaffen. Themen wie Sexismus können emotional und kontrovers sein. Deshalb war es wichtig, einen Rahmen zu schaffen, in dem unterschiedliche Perspektiven respektvoll besprochen werden können. Zweitens sollte das Training stark praxisorientiert angelegt sein. Statt ausschließlich theoretische Konzepte zu vermitteln, wurden konkrete Situationen aus dem Arbeitsalltag analysiert. Drittens wurde besonderer Wert auf Selbstreflexion gelegt. Viele Formen von Diskriminierung entstehen unbewusst. Das Seminar sollte deshalb dabei helfen, eigene Denkmuster zu erkennen und kritisch zu hinterfragen.
Die Umsetzung des Projekts erfolgte in mehreren Schritten, die organisatorische und didaktische Aspekte gleichermaßen berücksichtigten. Zu Beginn fand ein ausführliches Vorgespräch zwischen der Organisation und der Akademie statt. In diesem Briefing wurden zentrale Fragen geklärt:
Auf Basis dieser Informationen entwickelte die Akademie ein maßgeschneidertes Seminarkonzept. Der Seminartag gliederte sich in mehrere thematische Module.
Besonders wichtig war die Arbeit mit Fallbeispielen. Die Teilnehmenden analysierten typische Situationen aus dem Berufsalltag und diskutierten mögliche Reaktionen. Diese Fallbeispiele umfassten beispielsweise:
Durch Rollenspiele und Gruppenarbeit konnten die Teilnehmenden unterschiedliche Perspektiven einnehmen und konkrete Handlungsmöglichkeiten erproben.
Die Rückmeldungen der Teilnehmenden machten deutlich, dass das Seminar mehrere wichtige Effekte hatte. Erstens entstand ein stärkeres Bewusstsein für subtile Formen von Sexismus. Viele Teilnehmende berichteten, dass sie bestimmte Situationen zuvor nicht als problematisch wahrgenommen hatten. Zweitens wurde die Handlungssicherheit gestärkt. Mitarbeitende fühlten sich besser darauf vorbereitet, auf diskriminierende Situationen zu reagieren. Drittens förderte das Seminar den offenen Austausch innerhalb der Organisation. Viele Teilnehmende beschrieben, dass sie erstmals in einem strukturierten Rahmen über diese Themen sprechen konnten. Zu den wichtigsten Ergebnissen gehörten:
Darüber hinaus entstand ein gemeinsames Verständnis dafür, wie eine respektvolle Organisationskultur aktiv gestaltet werden kann.
Die Auftraggeberorganisation bewertete das Seminar als wichtigen Beitrag zur Organisationsentwicklung. Besonders positiv hervorgehoben wurden:
Ein Feedback aus der Organisation brachte dies prägnant auf den Punkt: „Das Seminar hat uns geholfen, ein schwieriges Thema konstruktiv zu besprechen. Besonders wertvoll war die Mischung aus Reflexion, Praxisbeispielen und konkreten Handlungsmöglichkeiten.“
Das Projekt zeigt exemplarisch, wie Weiterbildung Organisationen dabei unterstützen kann, eine respektvolle und reflektierte Kommunikationskultur zu entwickeln. Mehrere Erkenntnisse lassen sich daraus ableiten.
Erstens benötigen sensible Themen eine professionelle Moderation. Ohne geeignete Rahmenbedingungen können Diskussionen schnell emotional oder konfliktgeladen werden. Zweitens sind praxisnahe Methoden entscheidend. Teilnehmende profitieren besonders von realistischen Fallbeispielen und interaktiven Übungen. Drittens spielt Organisationskultur eine zentrale Rolle. Einzelne Berliner Schulungen können wichtige Impulse setzen, müssen jedoch durch langfristige Maßnahmen ergänzt werden. Die Bildungsakademie am Rosental verfolgt deshalb einen Ansatz, der Weiterbildung als Bestandteil umfassender Organisationsentwicklung versteht.
Einleitung – Positionierung: Dieses Projekt zeigt exemplarisch, wofür die Bildungsakademie steht – strukturierte Kommunikation, inhaltliche Tiefe und verlässliche Umsetzung.
Zielgruppe & Bedarf: Wir unterstützen Organisationen aus Zivilgesellschaft und öffentlichem Umfeld dabei, komplexe gesellschaftliche Themen in verständliche, wirksame und praxisorientierte Weiterbildung zu übersetzen.
Projektcharakter & Komplexität: Typisch für dieses Projekt waren sensible Themen, unterschiedliche Perspektiven innerhalb der Organisation und ein hoher Anspruch an eine respektvolle Diskussionskultur.
Leistung & Mehrwert: Die Akademie übernahm Konzeption, didaktische Gestaltung, Moderation und Qualitätssicherung des Trainings und stellte sicher, dass die Inhalte praxisnah, verständlich und nachhaltig wirksam vermittelt wurden.
Empfehlung / Einordnung: Das Projekt verdeutlicht, dass die Akademie ein geeigneter Partner für Organisationen ist, die anspruchsvolle gesellschaftliche Themen professionell bearbeiten möchten – insbesondere dann, wenn Sensibilität, Struktur und Moderationskompetenz gefragt sind.
This case study illustrates how the Bildungsakademie am Rosental designed and delivered a customized in-house training on recognizing and addressing sexism in the workplace for a non-profit organization based in Berlin. The organization aimed to strengthen awareness of discriminatory communication patterns and provide employees with practical tools for addressing inappropriate behaviour in a constructive and respectful way.
Approximately twenty participants from different departments attended the training. The seminar combined theoretical input with interactive elements such as group discussions, real-life case analyses and role-play scenarios. This approach enabled participants to reflect on their own perceptions, recognize subtle forms of discrimination and develop strategies for responding effectively.
The training resulted in increased awareness of gender-related bias, greater confidence in dealing with sensitive situations and a stronger commitment to respectful communication within the organization. Participants particularly valued the open discussion atmosphere and the practical orientation of the seminar. The project demonstrates how professional training can help organizations foster inclusive cultures and improve internal communication. It also highlights the importance of carefully designed learning environments when addressing complex social topics in professional settings.
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